L. (13) Vom Holzbrett zum Designertisch

Für dieses Projekt brauchte es jedenfalls keinen großen Bauplan und keine komplizierte Theorie. Ein Stück Holz, ein paar Kanthölzer, Werkzeug und die Frage: „Was können wir daraus machen?“ reichten völlig aus.
Die Antwort: einen eigenen kleinen Tisch.
Was zunächst noch ein wenig nach „Wir schauen einfach mal, wo uns das hinführt“ aussah, entwickelte sich ziemlich schnell zu einem echten handwerklichen Projekt. Es wurde gemessen, angezeichnet, gesägt, geschliffen und geschraubt. Und natürlich stellte sich auch hier heraus: Der Horizont zwischen Theorie und Praxis kann manchmal erstaunlich weit auseinanderliegen.
Also noch einmal nachmessen. Noch einmal überlegen. Eine andere Lösung ausprobieren. Weitermachen. Und genau da wird aus einem Stück Holz plötzlich viel mehr als nur ein Stück Holz.
Denn bei solchen Projekten geht es nicht darum, dass am Ende jede Schraube millimetergenau sitzt. Es geht darum, den eigenen Horizont zu erweitern: etwas ausprobieren, Verantwortung übernehmen, Lösungen finden und erleben, dass aus einer eigenen Idee tatsächlich etwas entstehen kann.
Der Horizont nimmt Form an!

Nach und nach wurden aus einzelnen Brettern zwei Beine, eine Tischplatte – und schließlich ein ziemlich stabiler Tisch. Spätestens bei der abschließenden Qualitätskontrolle mit zwei Daumen nach oben war die Sache eindeutig: Bauabnahme bestanden! Projektleitung zufrieden! Tisch steht! Mehr Gütesiegel braucht es eigentlich nicht.
Ganz nebenbei wurden dabei Konzentration, Ausdauer, Frustrationstoleranz, Planung und eigenständiges Arbeiten trainiert. Vor allem aber entstand eine Erfahrung, die sich pädagogisch nur schwer auf ein Arbeitsblatt drucken lässt: „Das habe ich selbst gemacht.“ Genau darin steckt Selbstwirksamkeit.
Und vielleicht ist das ja manchmal das Schönste an unserer Arbeit bei Horizont: Wir versuchen nicht nur, neue Perspektiven am Horizont sichtbar zu machen.
Manchmal werden sie einfach gesägt, geschliffen und zusammengeschraubt.
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