Stationäre Hilfe

 

Die Entwicklung und Umsetzung Einzelpädagogischer Maßnahmen hat sich zu einem ein Schwerpunkt der Arbeit bei der Horizont Jugendhilfe GbR und Präventiv entwickelt. Getreu der Maxime: Wir sind da, wenn wir gebraucht werden!, gestalten wir in enger Zusammenarbeit mit allen, an der konkreten Hilfesituation Beteiligten, besonders maßgeschneiderte Hilfeangebote für junge Menschen, die aktuell über klassische Hilfsmaßnahmen nicht erreicht werden können.

Die betroffenen jungen Menschen werden häufig als `äußerst schwierig´ eingestuft. Haben meist zahlreiche Brüche mit dem Hilfesystem hinter sich. Sie werden als `Grenzgänger´, `System-sprenger´ oder `Verweigerer´ bezeichnet. Die damit einhergehenden Situationen und Bedarfe als `schier aussichtslos´ eingeordnet.
Wir haben es uns dennoch, oder gerade deswegen, zur Aufgabe gemacht, auch wenn es manches Mal anstrengend, aufreibend und äußerst intensiv ist, für diese jungen Menschen sichere Lebensorte, chancenreiche pädagogische Ausgangslagen, verlässliche Entwicklungsräume und echte Perspektiven zu schaffen.

Unsere Einzelpädagogischen Maßnahmen brauchen tragfähige pädagogische Konzepte, eine intensive Begleitung durch professionelle Fachkräfte, klare Strukturen und Kontinuität, verlässliche Beziehungen und geeignete Betreuerpersönlichkeiten sowie ein hohes Maß an Flexibilität, Toleranz, Ausdauer, Beharrlichkeit und Konsequenz in der täglichen pädagogischen Arbeit.

Einzelpädagogische Maßnahme (EPM)

Aufgrund unserer Erfahrungen in der stationären Jugendhilfe, ist es unser Anliegen, jungen Menschen eine bedarfsgerechte Unterstützung zu ermöglichen. Hierbei liegt unser Arbeitsschwerpunkt auf einzelpädagogischen Maßnahmen.

Die Jugendhilfeangebote der Horizont Jugendhilfe GbR richten sich an junge Menschen, für die keine Hilfemaßnahmen gefunden werden konnten. Es erfolgt eine Unterbringung junger Menschen im Alter von zwölf bis 18 Jahren gemäß § 27 ff SGB VIII. Diese Altersgrenze kann in Ausnahmefällen dynamisch an den Prozess ausgelegt werden. Oftmals erfuhr diese Zielgruppe traumatische Erlebnisse, wie Gewalt, Missbrauch, plötzliche Kontaktabbrüche und andere traumatisierende Ereignisse. Häufig wurden psychische Auffälligkeiten festgestellt, die in psychiatrischen Diagnosen münden. Zahlreiche unterschiedliche Jugendhilfemaßnahmen wurden bereits bei diesen jungen Menschen angesetzt. Sei es ein Heim- oder Pflegefamilienangebot, bis hin zur Integration in Regel- oder Intensivgruppen und psychiatrischen Aufenthalten. 

Das ungewöhnliche herausfordernde Verhalten und die damit verbundene Überforderung der zu betreuenden Personen und des gesamten Settings, führen zum Abbruch der zuvor erfolgten Maßnahmen und leiten den Wechsel einer weiteren Maßnahme erneut ein. Dieser Wechsel greift nicht selten die Ebene der Bindung bei den jungen Menschen an. Die Möglichkeit einer nachhaltigen Beziehungsarbeit ist in solchen Fällen vonnöten und stellt die Grundlage unserer Arbeit dar. Feste Strukturen im Alltag sowie ein angemessenes Sozialverhalten sind für die jungen Menschen schwer einhaltbar. Ebenso sind vorgeschriebenen Regeln oftmals schwer anzunehmen und kaum umsetzbar. Infolgedessen ist es kaum möglich eine geeignete Maßnahme auf Dauer zu finden. Aus diesem Grunde ist unsere einzelpädagogische Maßnahme auf eine Zielgruppe ausgerichtet, die in regelmäßigen Abständen selbst- und/oder fremdgefährdendes Verhalten in Verbindung mit einem außergewöhnlichen Sozialverhalten aufweist. Oftmals liegen bei den Klienten*innen auch Bindungsstörungen vor. Im Rahmen des 2:1 Settings werden Mitarbeiter*innen dauerhaft in der EPM eingesetzt, um der Bindungsstörung durch konstante pädagogische Fachkräfte und konstant eingesetzte Mitarbeiter*innen von Präventiv positiv entgegenzuwirken. Eine geringe Mitarbeiterfluktuation ist, wegen der zu schaffenden Stabilität im Setting, vorgesehen. Es ist festzuhalten, dass die Zielgruppe für ein EPM Setting über die üblichen Hilfemaßnahmen nicht erreicht werden kann und bisherige Hilfeangebote überfordert bzw. „gesprengt“ wurden. Daher bedarf es einer dringenden Änderung des bestehenden Settings.

Zielsetzung

Die zentrale Zielsetzung der von Horizont Jugendhilfe GbR angebotene Einzelpädagogischen Maßnahme, richtet sich nach dem konkreten Bedarf der Klienten. Hierbei soll zunächst das Bedürfnis eines sicheren Lebensortes, geregelten Settings sowie einem verlässlichen Betreuungssystem befriedigt werden. Dies bildet die Grundlage, sodass die akute Lebenssituation stabilisiert werden kann und der Grundstein für eine nachhaltige positive Entwicklung angestoßen wird. Dazu zählt die Umsetzung geregelter Strukturen sowie des gesamten organisatorischen und professionellen Rahmens, welche für alle im Setting beteiligten Fachkräfte maßgebend sind. Diese Strukturen unterliegen der Abstimmung mit dem jungen Menschen und allen am Hilfesetting beteiligten Personen, die gemeinsam eine passende pädagogische Vorgehensweise entwickeln. 

Um chancenreiche pädagogische Ausgangslagen zu schaffen, bedarf es anschließend die Ängste und Spannungen sowie weitere Begleiterscheinungen, die der junge Mensch aus seiner Erfahrung heraus mitbringt, abzubauen, damit sich dieser auf die Maßnahme einlassen kann und sich vertrauenswürdige Beziehungen aufbauen können. So sollen Klienten dahingehend unterstützt werden, dass schwierige und überfordernde Lebenssituationen bewältigt und weitere Abbrüche vermieden werden. 

Die Einzelpädagogische Maßnahme ist stets auf die konkreten Bedürfnisse des jungen Menschen gerichtet, um die Ressourcen zu fördern und für das betreuende Personal sichtbar zu machen. Dadurch erhöht sich die Bereitschaft, sich gedanklich und emotional auf das Setting einzulassen. Es besteht die Herausforderung, eine Forderung zu setzen ohne in eine Überforderung zu geraten. Wir sind der Auffassung, dass es durch ein möglichst diverses Team mit unterschiedlichen Zusatzqualifikationen erfolgreich gelingt, den jungen Menschen optimal einzuschätzen. Infolgedessen besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit die Vorkommnisse im Alltag aus verschiedenen Blickwinkeln fachlich zu diskutieren und analysieren, um evtl. Anpassungen vorzunehmen und passende pädagogische Angebote zu gestalten. 

 

 

Unser Klientel verfügt häufig über eine Biografie, die von ständigen Kontaktabbrüchen geprägt ist und daher ein großes Potenzial entwickeln können, wenn sie die erforderliche Aufmerksamkeit des Fachpersonals spüren. Das liegt unter anderem auch daran, dass sie die Möglichkeit haben, die Strukturen des Settings mitgestalten zu können. Wir erachten folgende Punkte als essenzielle Grundlage des sozialen Miteinanders, um eine individuelle Lebensperspektive zu entwickeln: 

  • Förderung von Selbstständigkeit und einer eigenverantwortlichen Lebensführung 
  • Hinführung zu einer sinnvollen und eigenständigen Freizeitgestaltung
  • Hilfe bei der Bewältigung persönlicher Krisen
  • Unterstützung bei der Aufarbeitung von innerfamiliären Konflikten
  • Stärkung von Selbstbewusstsein
  • Stärkung der Angstüberwindung
  • Stärkung von Selbsthilfeprozessen
  • Stärkung der Fähigkeit, sich rücksichtsvoll im Umgang mit Mitmenschen zu zeigen
  • Das wahrnehmen eigener Ressourcen
  • Aufbau und Stabilisierung sozialer Integration
  • Wahrnehmung und Befriedigung eigener Bedürfnisse
  • Verbesserung der schulischen Möglichkeiten
  • Eine stabile und belastbare Lebensumgebung schaffen
  • Therapeutische Anbindung ermöglichen
  • Stärkung sozialtauglicher Coping-Strategien
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